Unser pädagogisches Konzept

Gleiche Bildungsziele wie jeder bayerische Kindergarten. Nur das Klassenzimmer ist größer, grüner und verändert sich jeden Tag.

Unser Bild vom Kind

Kinder kommen als Individuen zur Welt. Sie entwickeln sich in ihrem eigenen Tempo, mit eigenen Begabungen, Interessen und auch Handicaps. Bei uns haben sie das Recht, ihren eigenen Weg zu finden: Kinder sind aktive Mitgestalter ihrer Bildung, keine Empfänger von Programmen.

Deshalb arbeiten wir nicht defizitorientiert. Wir bauen auf den Stärken jedes Kindes auf und helfen ihm, Schwächen als Wachstumsmöglichkeit zu begreifen. Jedes Kind soll das Gefühl bekommen: So wie ich bin, bin ich in Ordnung.

Wie wir uns verstehen

Unsere Erzieherinnen begleiten statt zu dirigieren. Konkret heißt das:

  • Entwicklungspartner: Wir gehen auf die Bedürfnisse jedes Kindes ein und bauen auf seinen Stärken auf.
  • Beobachter: Wir greifen nicht sofort ein. Kinder dürfen Probleme selbst überwinden und wachsen daran.
  • Lernbegleiter: Spielen und Lernen sind für uns keine Gegensätze. Das freie Spiel ist die elementarste Form des Lernens.
  • Vorbild: Kinder lernen durch Nachahmung. Echtes, klares und einfühlsames Verhalten gibt ihnen Halt und Orientierung.
  • Partner auf Augenhöhe: Respektvolles, demokratisches Miteinander mit einer gewalt- und wertfreien Sprache.
Kinder graben gemeinsam mit Schaufeln im Matsch am Bauwagen

Was Kinder bei uns stärken

Unsere Arbeit orientiert sich am Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) und den Bayerischen Bildungsleitlinien. Im Mittelpunkt stehen vier Kompetenzbereiche:

Personale Kompetenz

Selbstwertgefühl und Vertrauen ins eigene Können. Der Wald spiegelt Kinder auf besondere Weise: Neben riesigen Eichen erleben sie sich mal groß, mal klein, und beim Bauen, Klettern und Gestalten erfahren sie ihre Selbstwirksamkeit.

Soziale Kompetenz

In unserer offenen, altersgemischten Gruppe lernen Kinder von- und miteinander. Weil kaum vorgefertigtes Spielzeug da ist, wird ausgehandelt, erklärt und gemeinsam entschieden. Die Älteren nehmen die Jüngeren an die Hand und lernen dabei Verantwortung.

Lernmethodische Kompetenz

Wir gehen von den Interessen der Kinder aus und binden Wissen an konkrete Situationen: Hypothesen aufstellen, ausprobieren, nach Fehlschlägen neu ansetzen. So festigt sich eine neugierig fragende Grundhaltung, die Basis für lebenslanges Lernen.

Resilienz

Draußen sein bei jedem Wetter, unebener Boden, wechselnde Jahreszeiten: Kinder lernen bei uns, mit Herausforderungen umzugehen. Die vielfältigen Körpererfahrungen stärken Immunsystem, Ausdauer, Koordination und Gleichgewicht, und die erfahrbare Stille des Waldes fördert innere Ruhe und Konzentrationsfähigkeit.

Der Unterschied zum Gebäude-Kindergarten? Nicht das Bildungsziel, sondern der Weg: Statt Lärm und räumlicher Enge bietet der Wald Weite, natürliche Materialien und echte Erfahrungen. Was Kinder hier lernen, lernen sie mit Kopf, Herz und Hand.

Ganzheitliche Bildung im Wald

Alle Bildungsbereiche des BEP finden bei uns statt, oft ganz nebenbei: Sprache und Literacy (der Wald steckt voller Geschichten, Bücher sind bei uns im täglichen Gebrauch), Mathematik und Naturwissenschaft (zählen, messen, forschen mit Lupen und Mikroskopen), Musik und Kunst (Kinderlieder mit Gitarre, Schnitzen, Färben mit Pflanzenfarben), Umwelt und Nachhaltigkeit, Gesundheit und Bewegung, Werte und Miteinander. Feste wie St. Martin, Ostern und Weihnachten feiern wir in unserer Waldkulisse.

Partizipation und Inklusion

Kinder haben bei allem, was sie betrifft, ein Mitspracherecht. Im Morgenkreis wird abgestimmt: über den Aufenthaltsplatz, Spielangebote, den Ablauf des Tages. Einmal im Jahr führen wir eine Kinderbefragung durch, in der Lob und Kritik frei geäußert werden dürfen.

Vielfalt ist bei uns Normalfall, nicht Störfall. Wir sehen jedes Kind in seiner individuellen Persönlichkeit und arbeiten bei spezifischem Unterstützungsbedarf mit Fachdiensten wie Frühförderstellen, Logopäden und Ergotherapeuten zusammen.

Gut vorbereitet in die Schule

Die Frage hören wir oft: Reicht der Wald für die Schulfähigkeit? Ja. Im letzten Kindergartenjahr, der Vorschule, stärken wir gezielt die Kompetenzen für die Einschulung: Arbeitsblätter und Mappen führen, Namen und Zahlen schreiben, Mengen und Formen verstehen. Im Bauwagen entsteht dafür eine kleine schulische Atmosphäre.

Mit der Grundschule arbeiten wir engmaschig zusammen, mit gemeinsamem Kooperationskalender, Wandertagen und Schulbesuchen. Die Vorschulkinder verabschieden wir mit besonderen Ausflügen, einer Übernachtung im Bauwagen und selbst gebastelten Schultüten.

Die vollständige pädagogische Konzeption (44 Seiten) gibt es zum Nachlesen: zu den Downloads.

Erlebt unser Konzept in echt

Papier ist geduldig, der Wald nicht. Kommt zum Schnuppertag und seht selbst, wie Euer Kind auf den Wald reagiert.

Schnuppertag vereinbaren